Burgrestaurant Ravensburg
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Chronik der Burg Ravensburg
Sage und Legende berichten vom Ursprung der Ravensburg und des nach ihr benannten Geschlechts im Jahr 930. Damals soll ein „Rabanus“ in den Kraichgau gekommen und wegen seiner Verdienste von König Heinrich I zum Ritter geschlagen worden sein. Er habe bei Sulzfeld die Ravensburg erbaut und zu Ehren des Königs, des „Vogelstellers“, als Wappenbild einen Vogel und wegen seines Wohnortes im Kraichgau die Krähe, bzw. den Raben, erwählt.
Urkundlich erscheint die Ravensburg erstmalig im Jahr 1212, der zugehörige Flecken Sulzfeld dagegen schon im Jahr 1056. Ältester Teil der Burg ist heute der um 1220 errichtete, 30m hohe quadratische Bergfried mit seinen schönen Buckelquadern. Als sein Erbauer gilt der 1190 urkundlich erwähnte Ravan de Wimpina, staufischer Reichsministeriale, zu dessen ausgedehnten Besitzungen auch die „Rabans Aue“ (heute Rappenau) bei Wimpfen gehörte.
Von seinen Söhnen wurden die Ritter Raban und Dieter von Ravensburg, die zwischen 1213 und 1220 noch unter dem Namen „von Sulzfeld“ und ohne den Beinamen „Göler“ erschienen, die Stammväter der heute noch blühenden drei Geschlechter mit dem Raben im Wappenschild :
Raban wurde Stammvater der „Göler von Ravensburg“ und der „von Mentzingen“, Dieter der „ von Helmstatt“.
Die enge Bindung des Geschlechtes an das zugehörige, schon 1056 urkundlich genannte Dorf Sulzfeld, erlaubt den Schluss, dass der Ursprung der Familie und ihrer Burg früher anzusetzen ist, als es die heute bekannten ältesten Urkunden erkennen lassen. Erstmalig im Jahr 1247 erschien mit Berthold I. der Beiname „Göler“ bei den Herren von Ravensburg.
Bertholds Nachkommen übernahmen diesen, ursprünglich rein persönlichen Beinamen, als festen Bestandteil ihres Familiennamens „Göler von Ravensburg“, der sich in lückenloser Folge bis zum heutigen Tag erhalten hat.
Martins Söhne, Georg I., Vogt zu Bretten, und Albrecht V., Amtmann zu Kreuznach, nahmen beide 1487 am Turnier zu Worms teil. Ihre Grabdenkmäler von 1502 und 1503 stehen noch heute an der nördlichen Außenwand der Sulzfelder Kirche.
1522 führte Martin Gölers Enkel, Bernhard I., die Reformation in Sulzfeld und in den Lehensdörfern Daisbach und Daudenzell ein. Johann Gallus war der erste Pfarrer, der von ihm eingesetzt war. Dank des guten Verhältnisses zwischen den Dorfbewohnern und dem Burgherrn und seiner Familie brachte der Bauernkrieg 1525 Sulzfeld und der Burg keine Unruhen.
Am Heiligen Abend 1547 nahmen die Spanier unter ihrem Führer Liera im Schmalkaldischen Krieg die Burg mit Gewalt ein, plünderten und verwüsteten sie. Sulzfeld und das benachbarte Dorf Zaisenhausen wurden gebrandschatzt.
Bernhard Göler, der Reformator, wurde damals mit seiner Familie vertrieben und als heimat- und besitzlos erklärt. Erst nach langen, schwierigen Verhandlungen mit Kaiser und Kanzler konnte er im darauf folgenden Jahr, 1548, in seine verheerte Heimat zurückkehren und mit dem Wiederaufbau beginnen. Die folgenden Jahrzehnte dürfen als die Blütezeit der Ravensburg, des Geschlechts der Göler und ihrer Dörfer angesehen werden.
1607 errichtete Hans Friedrich Göler , markgräflich badischer Geheimer Rat und Obervogt zu Durlach, den einst zweigeschossigen Palas, südlich vom Torhaus der Hauptburg. In diesem Gebäude befand sich zu jener Zeit neben einer 320 Bände umfassenden Bibliothek auch ein größeres Familienarchiv, von dem nur noch ein Bruchteil erhalten geblieben ist.
Die Jahreszahl am Göler-Mentzingen-Allianzwappen über dem schönen Portal weist auf die Entstehungszeit dieses beachtlichen Renaissancebaues mit seinem gewaltigen Keller hin. Rechtwinklig dazu im Süden der Küchenbau.
Der Dreißigjährige Krieg brachte erneut Zerstörungen im Dorf, doch gelang es nie, die Burg einzunehmen.
1620 hausten markgräflich-badische Soldaten im Dorf, 1632 litten Burg und Dorf unter den Truppen des Generals Tilly. Im Dorf wurden die meisten Häuser ein Raub der Flammen. Die Zerstörungen der Gölerschen Dörfer forderten den ganzen Einsatz der Burgherren über mehrere Generationen.
Im Erbfolgekrieg Frankreich gegen Kurpfalz besetzten 1689 französische Truppen des Generals Melac Dorf und Burg. Abgesehen von kleineren Schädigungen bei Ihrem Abzug verwüsteten sie jedoch nichts. Bretten wurde damals vollkommen zerstört.
Im Laufe der Jahre verlor die Burg Ihre Bedeutung als Feste. Das Versiegen des Wassers in dem noch heute 47m tiefen, rundgemauerten Brunnen in der Mitte des inneren Burghofes und die Erbauung neuer Wirtschaftsgebäude und eines Herrensitzes im Dorf führten zum Verlassen der bis 1846 noch teilweise bewohnten Burg. Über Jahrzehnte hinweg diente sie dann als billiger „Steinbruch“, ein Schicksal, das auch dem berühmten Heidelberger Schloss nicht erspart blieb.
In den Jahren 1907 bis 1910 nahm die Familie umfassende Renovierungsarbeiten an der gesamten Burganlage auf. 1953 wurde der südliche Küchenbau überdacht und zunächst als stilvolle und gemütliche Burgschenke eingerichtet. Wenige Jahre später erfolgte im Erdgeschoss des ehemaligen Palas der Ausbau des geräumigen „Rittersaales“, der sich für Veranstaltungen, Familienfeiern und ähnliche Anlässe besonders gut eignet.
Inzwischen hat sich das „Burgrestaurant Ravensburg” durch seine gepflegte Küche und die ausgezeichneten Weine von Weingut Burg Ravensburg – von den Hängen des Burgberges – zu einem gastronomischen Anziehungspunkt hohen Ranges entwickelt.
Seit Juli 2006 steht den Brautpaaren auf der Ravensburg auch eine Traukapelle für ihre kirchliche Trauung in historischem Umfeld zur Verfügung.
Dem Besucher bietet sich von der herrlich gelegenen Burgruine aus ein weiter Rundblick auf die Hügellandschaft des Kraichgaus mir seiner reichen und so wechselvollen Geschichte.